.NEUSTART – eine Empfehlung

Moin,

ich hab lange nichts von mir hören lassen, zum bloggen ist gerade wenig Zeit. Zum lesen eigentlich auch. Ich hab seit Ende Juli ziemlich genau ein Buch gelesen. .NEUSTART von Stephan Urbach.

Ich habe sogar eine Amazon Rezension geschrieben. Es ging einfach so weg. Und plötzlich war es vorbei und es war mitten in der Nacht und ich musste doch am nächsten Morgen früh aufstehen. Naja. Passiert.

.NEUSTART handelt von Stephan. Einem Teil seiner Geschichte als Netzaktivist. Es geht um Telecomix, den sogenannten „Arabischen Frühling“ und wie der Aktivismus in dieser Zeit seinen Kopf kaputt gemacht hat. Es ist ein hartes Buch, insbesondere, wenn man weiß, dass die Geschichte darin wahr ist.

Stephan hat sich da wieder raus gekämpft und hat darüber geschrieben. Das ist ein mutiges Buch eines mutigen und großartigen Menschen. Ich kann euch das nur sehr empfehlen zu kaufen und dann zu lesen.

Viel Spaß dabei.

3 Wochen und 3 Tage schon

3 Wochen und 3 Tage vor der Geburt habe ich darüber geschrieben, wie ich hoffe, dass es wird. Mal gucken, wie weit Wirklichkeit und Vorstellung auseinander fallen.

Vor der Geburt fand ich diese gut 3 Wochen, die noch übrig waren sehr sehr kurz. Gerade finde ich die gut 3 Wochen, die das Kind jetzt schon bei uns ist unfassbar lange. Es fühlt sich an, als wäre sie schon immer da gewesen. Sehr vertraut und selbstverständlich. Und ich habe das Gefühl schon so viel mit unserer Minifamilie erlebt zu haben. Unfassbar. Zeit ist eben sehr relativ und das ist wahrscheinlich auch ganz gut so.

Verantwortung abgeben funktioniert gut. Ich stille und wir geben, bei Bedarf Flaschennahrung dazu. Bedarf ist zum Beispiel, wenn ich nicht da bin, also eher die Ausnahme, aber es passiert. Ein Beispiel: wir waren auf einer Feier einer Freundin und mein Partner war zuständig für das Kind. Ich hab es also immer dann auf den Schoß bekommen, wenn es nicht seelenruhig im Ar von Papa geschlafen hat, sondern gestillt werden musste. Super entspannt. Ich hatte Zeit mich zu unterhalten, mal mit zwei Händen zu essen und auch mal bei den Raucher*innen auf dem Balkon zu stehen und zu quatschen.

Wochenbettbesuch haben wir tatsächlich sehr streng gehandhabt. Im Krankenhaus hatten wir nur ein mal Besuch und danach waren wir auch erstmal vorsichtig. Bisher hat das dazu geführt, dass wir genau so viel Besuch haben, wie wir das wollen und die Lütte sich bei uns auf dem Arm immer sicher fühlt. (Zumindest, soweit wir das beurteilen können…)

Mein Partner arbeitet seit zwei Wochen wieder, ich hatte am Anfang wirklich Angst davor, aber bis auf ein paar Mal, wo ich wirklich gerne noch 3 Stunden geschlafen hätte anstelle mich um das Kind zu kümmern, funktioniert das gut.

Meine Freund*innen sind übrigens super bisher (ich hoffe, das bleibt auch so). Auf schon angesprochener Party wurde, obwohl eigentlich Raucher*innenwohnung vorher ganz viel gelüftet und die Raucher*innen zur Party auf den Balkon verbannt, u.a. damit wir mit dem Kind da sein konnten. Auch sonst versuchen alle es als „natürlich“ zu sehen, dass wir jetzt eben mit Kind unterwegs sind und sich darauf genauso einzurichten, wie beim Essen wenn jemand* aus unserem Kreis Veganer*in ist.

Ich halte fest: es ist aktuell entspannter, als ich dachte, dass es sein würde. Ich mag das.

Und manchmal ist es das auch nicht, darüber hab ich ja bereits geschrieben. Und dazu noch eine Leseempfehlung: Wir dürfen Fehler machen, und wir dürfen erschöpft sein.

Zweifel

Ich bin seit ein bisschen mehr als 2 Wochen Mutter.

In dieser Zeit haben wir schon ein bisschen etwas durch gemacht. Im Krankenhaus wurde „übersehen“, dass unser Kind sich bei der Geburt das Schlüsselbein gebrochen hat. Das führte dazu, dass sie quasi nicht stillbar war. Jedes Anlegen bereitete ihr Schmerzen. Wir wussten ja nicht, dass wir sie an einer Seite nur ganz vorsichtig und nur mit bestimmten Griffen anfassen durften.

Dieser kleine Mensch hat geschrien (würde ich auch wenn Knochen aufeinander reiben) und ich habe mich gefühlt, als wäre ich eine furchtbare Mutter. Nein, als wäre ich gar keine Mutter, als würde ich das nur vorgeben oder aufwachen und feststellen, dass ich das alles nur geträumt habe. Und als sie dann 7 Stunden nichts getrunken hatte und nur geschrien habe ich mir das auch irgendwann gewünscht.

Ich komme mir bei dem Gedanken daran jetzt noch schlecht vor. Habe Gewissensbisse, dass ich mir das gewünscht habe. Ich habe gezweifelt. Dass das alles eine fürchterlich schlechte Idee war, das war für mich klar.

Wir wissen jetzt, warum sie so geschrien und nicht getrunken hat. Es lag nicht an mir. Sie ist seit dem unfassbar entspannt und ich meistens auch.

Nur wenn sie ganz verzweifelt schreit, wenn ihre Verdauung sie belästigt, dann kommt diese Erinnerung hoch. Dann muss ich aufpassen, dass ich nicht wieder verzweifle und nicht daran zweifle, dass ich eine gute Mutter bin und alles tue, was ich kann, damit es ihr besser geht.

Kaba hilft mir in solchen Situationen und Duschen. Mir klar werden, dass ich ihr bei manchen Dingen einfach nur damit helfen kann, dass ich da bin und das mit ihr durchstehe. Ich finde das schwierig.

Aber ich weiß jetzt, dass es besser wird.

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Ansprache

Ich war heute mal wieder zum CTG. Ich gehe dazu in das Krankenhaus, in dem ich auch entbinden möchte. Auf der Wöchnerinnenstation ist die Diabetesambulanz und eben auch die Hebammen. Es ist ein Krankenhaus, die Menschen haben Schichten und so kommt es, dass ich häufig unterschiedliche Hebammen treffe.

Normalerweise werde ich mit meinem Nachnamen und „Sie“ angesprochen. Das ist irgendwie ok, es ist ein Krankenhaus, ich kenne das nicht anders und hab mir bis heute keine näheren Gedanken dazu gemacht. Heute hat mich die Hebamme bei meinem Vornamen „Lara“ und mit „Sie“ angesprochen. Ich mochte das ausgesprochen gerne. Es ist irgendwie näher gewesen. Meine Hebamme für die Nachsorge und gerade auch für die Akupunktur vor der Geburt duze ich und sie mich. Das ist noch näher.

Normalerweise vertrete ich die Ansicht, dass ein „Sie“ oder „Du“ keinen Unterschied macht in dem, ob das eine nahe oder weniger nahe Ansprache ist, aber hier ist es anders und ich frage mich warum.

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3 Wochen und 3 Tage

… so lange ist es noch maximal, bis dieses Kind aus meinem Bauch auf der Welt ist.

Das ist verdammt kurz. Sehr verdammt kurz. Und obwohl ich jetzt seit Anfang Dezember Zeit hatte mich mit dem Gedanken anzufreunden, mich damit auseinander zu setzen, dass ich Mutter werde und mein Partner und ich Zeit hatten uns zu überlegen, wie wir das alles machen wollen, ist es einfach nur seltsam.

Es ist positiv, ich freue mich, auf das Kind, dass die Schwangerschaft rum ist, ich das Kind dann auch mal abgeben kann und wir uns die Verantwortung teilen werden können. Aber ich habe auch Angst (das Wort ist ein bisschen zu groß, es ist eher so eine Mischung aus Sorge und Nervosität). Die Beziehung zu meinem Partner wird sich verändern, ich werde mich verändern, er wird sich verändern und dann ist da auch noch ein dritter Mensch mit Persönlichkeit, eigenem Willen und Bedürfnissen und ich hoffe, dass das alles zusammen passt.

Für die aller erste Zeit haben wir Regeln aufgestellt, wie wir uns vorstellen, dass Besuch im Wochenbett stattfindet und was gar nicht geht und was wir machen wollen (nichts ;) ). Aber irgendwann wird der Punkt kommen, an dem er wieder arbeiten geht und ich mein Urlaubssemester anfange und dann „nur“ noch Mutter in Elternzeit bin und gerade keine Studentin. (Leider können wir uns nicht leisten, dass er als Hauptverdiener voll in Elternzeit geht und wir hassen es.) Auch so ein Angstpunkt. Mich selber verlieren. Gibt es da Strategien, dass das nicht passiert?

Wie ist das eigentlich mit dem Freundeskreis, der keine (Klein-)Kinder hat und deswegen einen ganz anderen Tagesablauf? Eine Freundin, die im Januar ihr Kind bekommen hat, meinte letztens, sie fühle sich einsam. Ich vermute es liegt nicht daran, dass ihre Freunde sie vergessen haben, aber die Tage sehen einfach anders aus und irgendwie fehlt dann die Schnittmenge an verfügbarer Zeit. Ein Angstpunkt.

Ich wünsche mir, dass es großartig wird. Sehr. Und irgendwie denke ich mir immer „wird schon irgendwie werden, muss ja“.

3 Wochen und 3 Tage. Maximal.

Semesterferien

Guten Morgen :)

Ich bin wach, es ist halb zehn, ich bin schon ungefähr 1,5 Stunden wach. Ich hab Semesterferien, oder wie es offiziell heißt „Vorlesungsfreie Zeit“. Gestern die letzte Klausur dieses Semester geschrieben und bis Montag werde ich genau nichts tun. Naja, ausser nach Hamburg fahren, Freund*innen besuchen, nach Övelgönne Kaffee trinken und auch ansonsten nichts machen ^^

Und ja, das ist ein belangloser Post, aber ich hab frei. Hier auch.

Und plötzlich bin ich nur noch…

schwanger.

Es ist viel passiert seit meinem letzten Post. Das eine der beiden aufregendsten Erlebnisse waren mein (erneuter) Studienbeginn, diesmal Jura – ich lerne sogar freiwillig und gehe in Veranstaltungen, in die ich nicht muss, es ist großartig. Das Andere, dass ich schwanger geworden bin.

Es war nicht geplant (glaubt mir, nieeeeemals würde ich geplant ein Kind im Hochsommer bekommen wollen), aber es ist sehr gut. Ich freue mich, mein Partner freut sich, wir versuchen uns darauf vor zu bereiten und das heißt gerade hauptsächlich eine Wohnung zu finden (nur für den Fall: 3 ZKB, max. 850 € warm, Berlin Ring + 3 UBahnstationen und ab dem ersten Stock einen Balkon, mein Twitternick ist @sofakante ;) ).

Eigentlich ist also alles super. Aber mir ist etwas aufgefallen.

Ich halte mich für eine thematisch relativ vielseitige Gesprächspartnerin. Ich interessiere mich für Politik, kann über Jurakram reden und noch so einige andere Themen. Seit ich schwanger bin und viele Menschen das wissen, sind die Hauptthemen aber andere. Zumeist „Wie läuft die Schwangerschaft?“ oder Ratschläge von schon Eltern, was sie für wichtig halten, oder von Menschen ohne Kindern, was sie denken, das wichtig ist. Das ist gut, solche Ratschläge sind wertvoll, aber irgendwie vermisse ich die ganzen anderen Gesprächsthemen.

Wann hat das angefangen, dass ich plötzlich nur noch die Schwangere bin? Ich studiere immer noch, arbeite, habe ein Leben mit der Schwangerschaft. Wirklich. Ja, klar, das ist spannend, ja, es ist ein wichtiges Thema in meinem Kopf, aber eben nicht das einzige.

Vielleicht, liebe Menschen, versucht mich mal wieder als Person mit diversen Interessen wahr zu nehmen.

Ich diskutiere immer noch gerne mit euch oder geh auch mit euch feiern (aber nur in Nichtraucherkneipen ;) ) und wenn ich möchte, dann rede ich auch über’s schwanger sein.