Ein Wochenende Wahnsinn

Das Wochenende war echt ultra anstrengend, aber es war auch gar nicht so schlecht, das vorweg.

Samstagabend war bei uns (also denen, mit denen ich zusammen in Bochum war und mir) ziemlich die Luft raus, das Gefühl der absoluten Unproduktivität stellte sich ein und auch ein wenig ‚das ist nicht meine Partei.

Es war mein erster BPT und dementsprechend hatte ich Erwartungen, die, wie das mit den meisten Erwartungen ist, enttäuscht werden können.

Da die Aufstellungsversammlung in Thüringen schon unglaublich anstrengend war (übrigens hauptsächlich menschlich, weniger wegen der vielen Wahlen) hatte ich wenigstens eher geringe Erwartungen, aber nach Samstag war ich der festen Überzeugung, dass es nicht mehr konstruktiv werden könnte.

Ich gebe zu, mein Bild der Versammlung ist sicherlich von meinem „Arbeitsplatz“ geprägt, ich war Samstag ab 16 Uhr und Sonntag den ganzen Tag am „Shitstormkristallisationspunkt“ (SKP), also da, wo erst mal alle aufschlagen und irgendetwas wollen und meckern und so.

Ich muss sagen, ich hab die Arbeit da gerne gemacht. Das Backoffice und die Antragskommision waren wichtige und gute Unterstützung, gerade, wenn man von der Materie noch nicht soviel Ahnung hat, inzwischen kenn ich die GO ganz gut ;)

Was ich sehr schade fand, war zu beobachten, dass es Piraten gab, die sich deutlich für besser befunden haben auf Grund eines „Status“, der ein Auftrag, kein Privileg ist.Ok, es ist ein Privileg, aber vor allem ist es Arbeit und Stress, aber nichts, was einen in eine andere „Sphäre“ heben würde.

Was ich wiederum wirklich schön fand:

Menschen, die am SKP eskaliert sind, sind danach gekommen und haben gefragt, ob zwischen ihnen und mir alles ok ist und sich entschuldigt. Eifer des Gefechts eben. Und ja, natürlich ist alles gut.

Wir streiten uns über Inhalte, sind mit viel Emotion dabei und da passiert das schon mal, dass man jemanden anmault.

Das Schöne:

Wir haben zwar gestritten, aber als es an den Abbau ging, da waren wir ein Team, haben zusammen geholfen und uns nebenbei für die Security vom RuhrCongress wählbar gemacht.

Vielleicht hätte diese Erfahrung den Menschen, die auf Twitter noch über den BPT gemault haben gut getan, mich hat es ein wenig versöhnt.

Und was mich auch versöhnt hat: Gespräche mit 2009ern, die gesagt haben: Vielleicht haben wir einfach gerade viele Neue, die wissen, dass Ehrenamt nötig ist. Wenn ich mich aus dem Fenster lehnen würde, dann würde ich ja sagen, die 2009er Kernis sind mitunter einfach ziemlich Nerds und Einzelgänger (ich weiß, eine unglaublich subjektive Gleichmacherei, fühlt euch nicht angesprochen, wenn ihr anders seid), während die Neuen Quoten-BGE-Kuschler vielleicht mehr Sinn für Gruppendynamik haben…

Ich fand es jedenfalls unglaublich faszinierend, wie leidenschaftlich die Menschen waren, wie unglaublich viel Herzblut in Politik gelegt wurde. Menschen, die teilweise Verdienstausfall und wirklich, wirklich viel Stress in ihrer Freizeit einsetzen um Dinge zu bewegen, um ein Programm zu bauen, um eine Umgebung zu schaffen, die es ermöglicht einen Parteitag abzuhalten, die Technik, die unermüdlich gegen Netzausfall gekämpft hat und überhaupt, das ganze Team und die Angereisten.

Alles in allem bin ich relativ zufrieden, halte aber fest: Es ist ne Menge Luft nach oben.

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