Ein schönes Wochenende

Nachdem ich ja schon ein Wochenende BPT erzählt habe, werde ich jetzt ein anderes Wochenende, nämlich das zurückliegende beschreiben, bzw. eigentlich nur wieder Beobachtungen, die mir so über den Weg gelaufen sind.

Dieses Wochenende war ein Wochenende mit wirklich tollen Menschen und was diese Menschen für mich so toll macht, ist eigentlich ganz einfach und deswegen vielleicht immer so schwer.

Ich habe das Wochenende nicht ein einziges Mal das Gefühl gehabt nicht in einem sicheren Raum zu sein. Es war einfach ein aufeinander Aufpassen, miteinander streiten und trotzdem danach nicht entzweit zu sein, zu diskutieren und das auch hitzig und fest stellen zu können, dass man trotzdem gemeinsame Punkte in dem Thema hat und mit der Differenz umgehen zu können.

Es ist sehr erstaunlich, wie viel Wohlbefinden das ausmacht.

Ich hatte an diesem Wochenende das Gefühl sagen zu können, was ich denke und wie ich es denke, egal ob die Formulierung vielleicht nicht perfekt ist und man da böse Sachen interpretieren könnte, einfach, weil diese Menschen nachfragen und erst mal vom besten ausgehen.

Die Haltung dieser Menschen hat mein Wochenende schön gemacht.

Danke.

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Familie

Ich möchte euch etwas über meine Familie erzählen, bzw. viel mehr über den Umgang miteinander. Zu diesem Post bewegt hat mich die Aussage einer Freundin, die meine Eltern kennen gelernt hat.

Sie sagte:

„Man könnte eifersüchtig werden“.

Mich hat diese Aussage erschreckt, weil mir allzu häufig nicht bewusst ist, wie besonders dieses Verhältnis mit meinen Eltern ist. Aber von Anfang.

Meine Eltern sind geschieden, die Zeit der Trennung und dann Scheidung und auch noch eine ganze Zeit danach war unsäglich beschissen. Ich war zu dem Zeitpunkt 7 und ich habe keine Erinnerung an die Zeit davor. Meine Brüder (zu der Zeit 2 leibliche) und ich haben unseren Vater aus unserem Leben verbannt, wir haben ihn ignoriert und auch jede Bitte meiner Mutter, wir sollten uns doch bei ihm melden. (Wie stark meine Mutter in dem Moment war, dass sie den Mann, der sie so sehr verletzt hat immer noch als unseren Vater gesehen hat und ihn uns gegenüber auch so vermittelt hat, das alles ist mir erst viel später klar geworden.) Irgendwann war da eine andere Frau, meine Stiefmutter. Man kann sich über sie streiten und mitunter ist sie fürchterlich, aber sie brachte einen weiteren Sohn mit und sie hat sich darum bemüht, dass das Verhältnis zu meinem Vater besser wurde. Was es auch tat.

Inzwischen sind meine Eltern wirklich gut befreundet und wir haben ein sehr gutes Verhältnis zu meinem Vater.

Meine Mutter hat immer für uns gekämpft, sie hat sich vor uns geworfen, war Löwin, hat irgendwie alle Widrigkeiten niedergezwungen und tut das, obwohl wir alle schon seit Jahren außer Haus sind, immer noch. Mein Vater ist inzwischen einer meiner engsten Vertrauten und auch für meine Brüder ist er wichtige Bezugsperson.

Überhaupt ist es so, dass wir viel reden, viel telefonieren, da sind, feiern und irgendwie verbunden sind. Es gibt wirklich wenige Familien, die ich kennen gelernt habe, die sich so nahe stehen, wie meine.

Und das bringt mich wieder zum Anfang.

Ich weiß, ich bin privilegiert in dem, wie ich aufgewachsen bin, wie ich gerade lebe und in dem, welchen Halt ich im Hintergrund habe. (Mal abgesehen von den ganzen Privilegien, die ich habe, einfach auf Grund meines Geburtsortes und so)

Ich bemühe mich in allem, was ich so tue und speziell in meinem engen Freundeskreis dieses Gefühl zu vermitteln, diesen Rückhalt, die Ehrlichkeit und ich versuche die Werte, die mir da so mitgegeben wurden und die, die sich dazu entwickelt haben, weiter zu tragen.

Es ist ganz seltsam, wenn man in einer solchen Familie aufgewachsen ist, weil es einen so fassungslos zurück lässt, wenn einem erzählt wird, dass jemand nicht mit den Eltern redet, oder auch, dass die Eltern jemanden auf Grund der Partnerwahl, der Sexualität oder wegen irgendeiner anderen Sache verstoßen. Es macht mich fassungslos, wie Menschen miteinander umgehen können und es macht mich fassungslos, wie viel Glück ich hatte, denn mehr ist es nicht, es war einfach Glück.

Meine Familie war schon immer offen für die, die dazu gehören wollten, meine Freunde gehören ebenso selbstverständlich dazu, wie die meiner Brüder und meiner Eltern. Es ist schön, wenn alle zusammen kommen, aber es macht eben mitunter auch eifersüchtig.

Ich weiß, wie die Welt „da draußen“ ist, ich hab genug scheiße erlebt, um zu wissen, dass es nicht überall so ist, wie bei uns, aber manchmal, da versuche ich zu vergessen, was da draußen ist und versuche in meiner Filterbubble zu sein und einfach nur glücklich um dann gestärkt raus zu gehen und zu versuchen die Welt zu verändern.