#Aufschrei – ganz subjektiv

Was soll ich sagen, ich werde auch noch meinen Senf dazu geben, ich werde persönlich sein, reflektiert (wobei das von aussen sicherlich auch anders aussehen mag) und ich werde versuchen zu erklären, was mich seit Freitag in der Früh beschäftigt.

Aber von vorne.

Ich habe am Freitag Morgen, so wie ich es fast immer mache, erstmal meine Timeline nachgelesen und war sehr erstaunt und im ersten Moment auch sehr erschrocken über die Dinge, die ich unter #Aufschrei gelesen habe. Ich war schockiert so viel davon zu kennen und für absolut unwichtig gehalten zu haben, weil ‚ist nun einmal so‘. Ich war erschrocken zu lesen, wie viel ich vergessen hatte aus eben jenem Grund und ich was einfach auf Grund meiner Geschichte erschrocken mit dem Thema innerhalb meiner Filterbubble konfrontiert zu werden (siehe dazu auch mein letzter Post).

Ich habe viel darüber nachgedacht, was ich dazu schreiben möchte und was nicht. Was mcih dabei am meisten schokiert hat, ist, dass ich darüber nachgedacht habe, ob es und inwiefern es schädlich für mich ist, wenn Menschen in meinem Umfld wissen, was mir geschehen ist. Ich weiß aus Erfahrung, dass es Menschen gibt, die darauf schockiert reagieren, Menschen, die meinen Körperumfang darauf schieben (weil gestörtes Körpergefühl und so) und Menschen, die mich danach nur noch mitleidig ansehen.

Ich kann das alles nachvollziehen, kann mich da reindenken und verstehe das, frage mich aber immer wieder, ob ich zwei Minuten vorher noch ein anderer Mensch war, ob ich jetzt plötzlich keine Witze mehr verstehe etc.

Versteht mich nicht falsch, ich finde es wichtig, dass sich Menschen um mich herum Sorgen um mich machen und ich finde es wichtig, dass sie sich überlegen, wie man mit Menschen um sie herum umgehen, nur verstehe ich nciht, dass sie es erst in dem Moment machen.
Würden diese Menschen einfach immer darauf achten, was sie sagen, dann müssten sie nicht in dem Moment plötzlich anders sein.

Und da schließt mein Argument zum Thema #Aufschrei an. Ich glaube einfach nicht, dass Menschen nciht wissen, wann ein Witz, wann eine Berührung oder ähnliches nicht angebracht ist. es wäre schlicht nicht möglich sich anders zu verhalten, wenn man nicht weiß, was anders laufen müsste.
Ich habe viele wirklich gute Beiträge zum Thema #Aufschrei gelesen, der für mich persönlich stimmigste war der von @antiprodukt .

Ich habe über diese vielen Blogposts und Tweets, die ich zwischendurch aus Selbstschutz ‚abschalten‘ musste, eins mitbekommen: Ich bin nciht allein.

Und das ist erschreckend. Sehr sogar.

Wenn ich sagen könnte, dass das Einzelfälle gewesen sind, dann könnte ich sagen: Scheiße gelaufen, ich bin inzwischen soweit, dass ich damit gut zurecht komme (an dieser Stelle großen Dank an meinen Therapeuten) und würde es vergessen wollen.

Ist aber nicht.

Verdammte Axt, wir sind so viele, denen das passiert, die jeden Tag wieder und wieder und wieder sowas erleben.

Und wir haben es geschafft, dass dieser #Aufschei aus diesem Internet in die ‚alten Medien‘ geschwappt ist. Wir waren so laut, dass selbst die Tagesschau darüber berichtet in den 20 Uhr Nachrichten. Die Tagesschau. Und so ziemlich alle anderen auch mehr oder minder sinnvoll (nur eine winzige Auswahl).

Als ich das auf Twitter gelesen habe, dass es jetzt in die alten Medien kommt, musste ich auf der Straße fast weinen, weil ich seit langem Mal wieder das Gefühl hatte, wir werden gehört. Endlich.

Lasst uns dazu beitragen, dass solche Dinge nicht mehr geschehen, sondern dass wir gehört werden, jeder* der sich über Sexismus beklagt gehört wird.
Tragt eure Geschichten hinaus, falls ihr das könnt, wenn nicht, der Häkelklub Sachsen nimmt Geschichten anonym auf und veröffentlicht diese.
Redet mit den Menschen in eurer Umgebung, sagt ihnen, sie sollen es weiter tragen.
Versucht ein Schneeballsystem daraus zu machen.
Sesibilisiert die Menschen für dieses gesellschaftliche Problem.

Und tragt euren #Aufschrei auf die Straße. Am 14.2. ist der internationale Aktionstag gegen Gewalt an Frauen (V-Day)  

 

Update:

Wer ein Lehrstück in Sachen Leugnen sehen möchte, kann sich gerne (zumindest die nächsten 7 Tage) die #Jauch Sendung ansehen, der Link folgt nicht, ich will da nciht drauf verlinken. Und ich warne vor: es war gruselig.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s