Vorstandsbla

Ich hab überlegt, dass es sinnvoll ist euch zu erzählen, was ich die ganze Zeit so treibe, wenn ich Vorstandsfuu mache. Zum einen könnt ihr in meinem Tätigkeitsbericht lesen, was wichtig ist, zum anderen also dann auch hier. Der Tätigkeitsbericht ist ein Stichpunktding, hier wird das mehr ein „soviel Stress ist das“, „soviel Zeit benutzte ich dafür“ und so geht es mir dabei.

Im Grunde ist der Hauptteil der Arbeit, die ich gerade mache emails lesen.

Viele emails. Sehr viele emails. Also so gefühlt. Der unterschied zu den mails,
die ich vorher so bekommen hab: ich muss die mails, die auf der VorstandsML anfallen alle
lesen mit Konzentration und so.
Schätzen würde ich so ca 50 mails pro Tag (aber das ist ein Durchschnittswert,
das pendelt sich gerade ein, am Anfang waren es detlich mehr, gerade wird es weniger.
Dazu kommt noch Sitzungen besuchen, sich mit den Vorstandskollegen irgendwie einpendeln
und annähern/kennenlernen, irgendwelche Tickets beantworten (wir haben jetzt unser eigenes OTRS \o/ ), irgendwelche Umlaufbeschlüsse beschließen, theoretisch sollte ich rumfahren und Stammis besuchen, solche Dinge eben.
Eigentlich geht das vom Arbeitsaufwand, aber es ist ganz gut gewesen, dass ich am Anfang nicht arbeiten musste nebenbei, sondern mich irgendwie mit dem Gefühl anfreunden konnte jetzt Verantwortung zu tragen und nicht mehr weglaufen zu können.
Was auch echt gut war: ich hatte die erste Woche jemanden zuhause, der mir gesagt hat:
du hast jetzt Feierabend. Etwas, was ich fix lernen musste: Einfach mal den LV LV sein lassen, sich nen Bier nehmen und den Abend mit Menschen zusammen verbringen, kochen, reden, diskutieren.
Ich genieße es ja, dass meine liebe Mitbewohnerin nicht so tief in diesem ganzen Piraten Ding drinnen steckt (auch wenn man, wenn man fies komprimitierendes Zeug über mich wissen wollen würde, müsste man sie fragen).
So irgendwie fühle ich mich ziemlich gewappnet für dieses Projekt Vorstand. Ich dachte,
es wird viel schlimmer, aber noch ist alles schön. (Und seht das jetzt bloß nicht als Aufforderung irgendwelchen Mist zu verzapfen)

Tja.
Achso und ich glaube, ich muss mit Yves einen „das erste Mal Vorstand“ PodcasTh machen, in dem wir erzählen, was wir so erleben, die skurrilsten Umlaufbeschlüsse besprechen und unsere Erfahrungen vermitteln, die wir so machen.

Und ihr Lieben: ich brauche Feedback von euch, wenn ihr wollt, dass ich in einem Jahr noch lebensfähig bin. :)

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diese Angst

Das hier ist ein sehr persönlicher Beitrag, nur zur Info.

Gestern saß ich mit meinen Mitbewohnern in der Küche und wir haben geredet. Es war ein typisches „die WG spricht sich aus“ Gespräch und irgendwann haben wir angefangen über uns zu reden. Über die Leben, die wir gerade führen. Über mein Leben.

Mein Leben wird gerade von vier Dingen maßgeblich beeinflusst. Zum einen ist da die Situation mit meinem Studium und der Unsicherheit, ob ich das durchziehen kann und möchte und ob ich einen Weg finde, der mir entgegen kommt. Der zweite Teil sind die Piraten und das Amt, das für mich immer noch neu und seltsam ist und spannend und überhaupt. Bisher finde ich das alles ziemlich gut. Der dritte Teil ist neu und schön, es ist Liebe. Und dann ist da der vierte Teil. Meine Familie.

Ich hab bereits ein wenig zu meiner Familie erzählt, deswegen soll es gerade auch mehr um mich gehen und mein Empfinden zu der Situation.

Die Situation ist folgende: Mein Vater ist sehr krank  und das wird gerade immer schlimmer. Es ist erschreckend und es macht mir Angst.

Ich hab Angst davor, dass ich ihn bald verliere und ich habe Angst davor, dass ich damit nicht umgehen kann und das schlimmste: ich habe Angst vor der Angst.

Ich habe immer mal wieder Dinge in meinem Leben geplant, Dinge, die ich gerne mit ihm teilen würde. Meine Kinder irgendwann, eine Hochzeit, meinen ersten ernsthaften Arbeitsvertrag, ich hätte gerne gesehen, wie er stolz auf mich ist, weil ich einen Abschluss gemacht habe, Eis essen (das geht noch, aber wer weiß schon, wie lange).

Ich habe Angst.

Häufig, wenn ich nciht weiter wusste habe ich ihn angerufen oder bin zu ihm gefahren. Als ich auf die Nase bekommen habe, weil ich eine Freundin hatte und keinen Freund saß ich auf der Terasse und hab in seinem Arm geweint.

Es ist seltsam sich darüber Gedanken zu machen. Seltsam etwas, was noch nciht eingetroffen ist schon zu beweinen und gleichzeitig hoffe ich, dass ich irgendwann aufwache und merke, dass es nur ein fürchterlicher Traum war.

Die Tatsache, diese Diagnose ist unfassbar, unbegreiflich, ich persönlich kann einfach nur schwer mit dem Gedanken umgehen und ignoriere ihn deswegen häufig.

Nur manchmal, da sitze ich unter Freunden und weine und dann steh ich auf und lebe mein Leben, irgendwie.

 

Frühling

Ich bin ein kleiner Frühlingsmensch, ich liebe es, wenn es eigentlich noch kalt ist, aber die Sonne kitzelt schon. Meine Gefühle spielen lustig Xylophon in mir und verdrehen mir alle Gedanken und überhaupt könnte ich den ganzen Tag Eis essen und grinsend am Wasser sitzen und rauchen.

Und weil ich die Stimmung so mag, gibt es zwei kleine Fotos.

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Das erste Eis des Jahres.

 

Kummerkasten

Ich war in Kassel zur Marina und habe mit mehreren Menschen das Erlebnis gehabt, dass sie mir ihr Herz ausgeschüttet haben, was ich gut finde. Es sind Menschen gewesen, die eher den großen ‚Alphamensch‘ nach außen darstellen (zur Erinnerung: bei der Marina geht es um Vorstandsvernetzung) und die tendenziell diejenigen sind, bei denen sich ausgekotzt wird und die dann niemanden/wenige haben, bei denen sie sich auskotzen können.

Im Zuge dessen gab es die Idee, man könne eine Gruppe von Menschen zusammenstellen/ sich finden lassen, die den „Kummerkasten“ bilden.
Also eine Gruppe von Piraten, die es sich zur Aufgabe gemacht haben anderen zu zuhören. Eben jemand, der nicht Teil des direkten Parteiumfelds ist und aber trotzdem weiß, wie das bei uns so läuft, wo die typischen Probleme sind und nicht fünfmal fragt was gemeint ist, wenn man sagt, man hat da auf der ML dieses und jenes Problem gehabt, weil die Filterbubble…

Es ist quasi als Ergänzung zu den Vertrauenspiraten gedacht, die ja eben genau die sein sollen, die die meisten kennen und denen die meisten vertrauen. Der Kummerkasten hingegen soll eher ein Team von vertrauensvollen Fremden sein.

Aufgabe dieser Menschen wäre, dass sie zuhören. Sie sollen keine Therapie ersetzen, wo diese nötig wäre, sie sollen keine Ratschläge geben (dürfen das aber auf Wunsch natürlich), sondern einfach da sein.

Ich hoffe, dass diese Gruppe von Menschen dazu beitragen kann, dass wir weniger Leute haben, die fertig sind und nicht mehr können, weil sie einfach zu viel Mist haben, den sie nirgendwo anbringen können.

Das alles sind meine Ideen, ihr dürft euch gerne beteiligen (ich suche sowieso Menschen dafür), kommentiert, erzählt mir bitte, was ihr davon haltet.

 

Ich ziehe zurück

Ja, ich ziehe zurück.

Warum ich das tue?

Es stehen Menschen zur Wahl, mit denen ich definitiv nicht arbeiten möchte und es stehen Menschen zur Wahl, die keine Chance haben.

Ich glaube daran, dass ein Vorstand, der gewählt worden ist, wohl der richtige für einen Landesverband ist.

Ich habe keine Lust darauf, dass wir uns ewig streiten (mal davon ab, dass ich nicht weiß, ob ich gewählt werden würde). Wir werden für das bevorstehende Jahr einen funktionierenden Vorstand brauchen und dass die zur Wahl stehenden das schon irgendwie machen werden.

Ich hab darüber nachgedacht und es ist eine sehr persönliche Entscheidung. Die Menschen, die das aller Voraussicht nach machen werden, haben ihre Berechtigung und ich habe rein persönliche Differenzen mit einigen. Und da ist der Haken, an dem ich festmache, dass ich nicht gewählt werden sollte.

Ich würde meine Differenzen nicht zurückstecken können, es gäbe Streit, Frustration und nicht zuletzt würde ich mich persönlich aufreiben. Das will ich alles nicht.

Deswegen werde ich einfach nicht kandidieren und einfach aus der Basis raus nerven ;)

Ich habe nur ein paar Bitten an den neuen Vorstand:

Ihr, die ihr bisher zur Wahl steht, kennt euch teilweise sehr lange, ihr habt eine gewisse Vertrauensbasis und wisst, dass ihr zusammen arbeiten könnt.

Das ist für die interne Arbeitsverteilung total großartig, birgt aber das Risiko, dass ihr immer den bequemsten Weg geht und dabei vergesst, dass es da noch diese Basis gibt, die sich beteiligen möchte.

Ich biete euch (wer auch immer das dann ist) meine Mitarbeit an, hoffe, dass das alles vernünftig wird und hoffe darauf, dass wir unsere Ideen in die breite Bevölkerung und in die Parlamente tragen können.

Danke an alle, die mir immer wieder gesagt haben, dass ich das unbedingt machen soll und das wichtig wäre und ich das kann.