diese Angst

Das hier ist ein sehr persönlicher Beitrag, nur zur Info.

Gestern saß ich mit meinen Mitbewohnern in der Küche und wir haben geredet. Es war ein typisches „die WG spricht sich aus“ Gespräch und irgendwann haben wir angefangen über uns zu reden. Über die Leben, die wir gerade führen. Über mein Leben.

Mein Leben wird gerade von vier Dingen maßgeblich beeinflusst. Zum einen ist da die Situation mit meinem Studium und der Unsicherheit, ob ich das durchziehen kann und möchte und ob ich einen Weg finde, der mir entgegen kommt. Der zweite Teil sind die Piraten und das Amt, das für mich immer noch neu und seltsam ist und spannend und überhaupt. Bisher finde ich das alles ziemlich gut. Der dritte Teil ist neu und schön, es ist Liebe. Und dann ist da der vierte Teil. Meine Familie.

Ich hab bereits ein wenig zu meiner Familie erzählt, deswegen soll es gerade auch mehr um mich gehen und mein Empfinden zu der Situation.

Die Situation ist folgende: Mein Vater ist sehr krank  und das wird gerade immer schlimmer. Es ist erschreckend und es macht mir Angst.

Ich hab Angst davor, dass ich ihn bald verliere und ich habe Angst davor, dass ich damit nicht umgehen kann und das schlimmste: ich habe Angst vor der Angst.

Ich habe immer mal wieder Dinge in meinem Leben geplant, Dinge, die ich gerne mit ihm teilen würde. Meine Kinder irgendwann, eine Hochzeit, meinen ersten ernsthaften Arbeitsvertrag, ich hätte gerne gesehen, wie er stolz auf mich ist, weil ich einen Abschluss gemacht habe, Eis essen (das geht noch, aber wer weiß schon, wie lange).

Ich habe Angst.

Häufig, wenn ich nciht weiter wusste habe ich ihn angerufen oder bin zu ihm gefahren. Als ich auf die Nase bekommen habe, weil ich eine Freundin hatte und keinen Freund saß ich auf der Terasse und hab in seinem Arm geweint.

Es ist seltsam sich darüber Gedanken zu machen. Seltsam etwas, was noch nciht eingetroffen ist schon zu beweinen und gleichzeitig hoffe ich, dass ich irgendwann aufwache und merke, dass es nur ein fürchterlicher Traum war.

Die Tatsache, diese Diagnose ist unfassbar, unbegreiflich, ich persönlich kann einfach nur schwer mit dem Gedanken umgehen und ignoriere ihn deswegen häufig.

Nur manchmal, da sitze ich unter Freunden und weine und dann steh ich auf und lebe mein Leben, irgendwie.

 

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2 Kommentare zu “diese Angst

  1. Lebe dein Leben nicht irgendwie…genieße die Zeit, die dir mit deinem Vater verbleibt so gut es geht. Freue dich darüber, dass du einen solchen Vater hast und hadere nicht mit dir und dem Schicksal. Du solltest die Kraft haben, dazu beizutragen, ihm die letzte Zeit lebenwert zu machen…und ich denke, das hast du. Denke nicht mit Schmerzen, denke mit Liebe, dein Vater wird das spüren.
    Ihr schafft das.
    LG Gaby

  2. Ich glaube, es ist okay und normal, das alles manchmal zu ignorieren. Und vielleicht auch notwendig.
    Weil es dich eben lähmt und das dir mitunter etwas von der Zeit nimmt, die schon so begrenzt ist, wenn du dir alles immer in seiner ganzen Schwere vor Augen führst . Insofern ist zeitweises Verdrängen legitim und wichtig.
    Mitgehen und dasein sind wohl dir Worte der Stunde. Und ich weiß, dass du das kannst. Auch wenn es wehtut und schwer ist. Das ganze Verstehen kommt dann später, denke ich. Viel später, vielleicht.

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