Beziehung

Lang ist es her, dass ich mir so richtig viele Gedanken zu Beziehung gemacht habe.

Das erste Mal war, als ich meine erste Freundin kennen gelernt habe. Ich war verwirrt, dieser Mensch mit gleichem Geschlecht und dann ich, die so unbeholfen war im Umgang damit.

Klar, ich habe uns nach außen verteidigt, wo immer es nötig war, aber so richtig sicher und geborgen hab ich mich nicht gefühlt. Zu zweit. Da war es das. Sobald ich auf der Straße war mit ihr, womöglich Hand in Hand, da war es Unsicherheit und Angst vor Anfeindung.

Zu der Zeit hat mich vor allem beschäftigt, warum zur Hölle Menschen andere nicht einfach lieben lassen können, wen sie gerade wollen, sondern immer bewerten, anstarren und verurteilen. Niemals Freiheit und Selbstbestimmung sein lassen, was es ist. Irgendwie ist unsere Beziehung auch daran kaputt gegangen, vielleicht hab ich zu wenig gekämpft, vielleicht zu viel nach draußen geguckt und zu wenig Glück gesehen. Manchmal tut mir das leid, weil ich das Gefühl habe meine Ideale verraten zu haben. Vielleicht war es auch einfach nicht der richtige Zeitpunkt und wir nicht die richtigen Menschen. Wer weiß das schon.

Das zweite Mal sehr ausgiebig über all das nachgedacht habe ich, als ich feststellte, dass ich nicht die gleichen Bedürfnisse hatte, wie mein damaliger Partner. Das war schwierig für mich. Ich habe Ablehnung für etwas erfahren, was ich mag, was sehr intim ist, wo schon die Überwindung es überhaupt zu erzählen riesig war, weil ich mich im Grunde noch nicht selbst damit identifiziert hatte, es nicht akzeptiert hatte und es alles noch sehr zerbrechlich war, es ein Teil meines Innersten war, was ich eigentlich noch niemanden zeigen wollte, es aber fair fand in der Beziehung auszusprechen, denn es betraf nicht nur mich. Meine Beziehung ist dadurch zerbrochen. Ich konnte diese Ablehnung eines Teils von mir nicht ertragen und er nicht meine Bedürfnisse.

Das nächste Mal ging es nicht von mir aus, ich wurde von meinem Partner gefragt, ob ich ihm erlauben könnte mit anderen Sex zu haben, die Liebe wollte er einzig mir gewähren. Das hat nicht funktioniert. Absprachen wurden gebrochen, ich stand davor und wusste nicht so recht warum, er wusste es auch nicht. Wir sind getrennte Wege gegangen.

Ich könnte noch mehr Beispiele anführen, aber im Grunde möchte ich sagen:

Ich weiß, dass die Gesellschaft mir Konventionen auferlegen möchte, ich weiß, dass ich anders empfinde als diese Konventionen und ich weiß, dass auch viel reden nicht immer hilft.

Aber meistens.

Ich bin inzwischen vorsichtiger, weiß mehr über mich und meine Gefühle, erkenne früher, wenn ich eine Situation nicht oder nur schwer bewältigen kann.

Und ganz wichtig:

Ich gehe keine Kompromisse mehr mit meinen Gefühlen ein. Wenn ich etwas partout nichts positives abgewinnen kann, so in Beziehungsdingen, dann sage ich nicht mehr ja, nur um Frieden zu wahren. Ich sage: Du, ich weiß es nicht.

Im besten Fall ist es so, dass der Gegenüber dann so vorsichtig ist, dass ich rechtzeitig „stopp“ sagen kann.

Und was ich eigentlich sagen wollte:

Reden, reden, reden und ehrlich sein, zu sich selbst, zum Gegenüber.

(Das alles gilt auch andersherum. Fragen, fragen, fragen und ehrlich sein und aufhören, wenn ein stopp kommt und vorsichtig sein oder es lassen bei einem „weiß ich nicht“. Das vermeidet nichts, aber erschwert es, dass irgendein Scheiß passiert.)

 

Update:

http://yetzt.wordpress.com/2013/07/11/keiner-drei-beziehungsweise-machtwirklichkeit/ (yetzt hat auch dazu getippt, ganz andere Ebene, großartig <3 )

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