30c3

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Ich war auf DEM Congress – auf dem 30c3.
Eigentlich wollte ich nicht, die Vorstellung, die ich durch die Berichte so bekommen hatte waren nicht so der Hit. Aber gut. Dann war ich schon mal in Hamburg und dann hat es mich doch dorthin verschlagen.
Und weil ich, wenn es irgendwo Arbeit gibt meine Füße nicht stillhalten kann und vor allem, weil ich mich irgendwie fehl am Platz gefühlt hätte, da ich ja das mit diesen Computern nicht so besonders gut kann, war ich Angel. Das sind die freiwilligen Helfer*innen des Congress‘.
Die Aufgaben sind von Essen für andere Helfer*innen machen bis Einlasskontrolle und Sanidienst alles.
Je nach dem, was eben so für Menschen helfen ist für jede*n eine Aufgabe da.
Ich hab SignalAngel (Menschen, die irc und Twitter nach Fragen an die Vortragenden durchwühlen) gespielt und war Türsteherin (heißt auf dem Congress „Bouncer“).
Ich bin mit eher niedrigen Erwartungen hingefahen und wurde sehr, sehr positiv überrascht.
Nach den Erfahrungen, die nach dem 29c3 auf Twitter und in Blogs besprochen wurden, war ich darauf gefasst, dass es sexistisches und übergriffiges Verhalten geben würde.
Ich hab ein solches (fast) nicht mitbekommen (was nicht heißt, dass es das nicht gegeben hat, ich habe nur keins mitbekommen/erlebt). Während der letzten beiden Schichten Montag Abend am Eingang habe ich 4 beleidigende Dinge entgegengeworfen bekommen, eine davon war sexistisch.
Insgesamt also eher wenig. (Auch die eine ist zu viel)
Ausserdem gab es eine Skulptur im Eingangsbereich, die von der Orga als „sexistische Kackscheisse“ bezeichnet wurde und deswegen umgebaut werden musste. Später hing ein Foto der Ursprungsskulptur daneben und ich bin der Orga sehr dankbar, dass das nicht der erste Eindruck des Congresses war.
Über die vier Tage verteilt habe ich insgesamt ~16h gearbeitet in denen ich sehr häufig sehr freundlich angesprochen worden bin, mir gesagt wurde, dass die Menschen es gut finden, dass wir [die Angel] den Job machen und sehr dankbar dafür sind.

Eine Erfahrung, die ich so sehr selten gemacht habe.

Ich arbeite recht viel bei den Piraten ehrenamtlich. Was ich da zu hören bekomme ist zumeist eine Aneinanderreihung von Unterstellungen und Schimpfwörtern.
Es mag seltsam klingen, aber da müssen wir dringend dran arbeiten.
Ja, die Helfer*innen auf dem Congress haben keine Reisekosten bekommen, aber wir haben ein TShirt bekommen, Getränkegutscheine für die Abschlussparty und (und das ist das Wichtigste) Anerkennung.
Der Moment, als bei der Einleitung des Security Nightmare Vortrags die Angel, die zufällig gerade anwesend waren aufstehen sollten und ihnen mit Applaus gedankt wurde, der ein paar Momente länger dauerte, als ein höflicher Applaus so dauert, war einer der besten. Wenn mensch angesprochen wurde, ob gerade kurz Zeit da wäre um irgendetwas zu tun und die Antwort „Nein gerade nicht“ war und dann einfach nur ein „Ok“ kam, kein Gemaule, das sind so Kleinigkeiten, die halt einfach die Arbeit erleichtern und die dazu führen, dass die Arbeit Spaß macht.
Ich hab mich als freiwillige Helferin gefühlt, nicht als eine Person, die selbstverständlich die Arbeit macht. Und das war schön.
(Und ganz nebenbei hab ich zwei Ringe geschmiedet. Das war großartig.)

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Versammlung

Tl;dr

Mir macht VL sehr viel Spaß. Es ist unglaublich anstrengend, aber auch sehr befriedigend. Es heißt aber auch: sich bei allen offenen Abstimmungen/Wahlen enthalten, auf die Nase  bekommen für alles, was die Versammlung macht inklusive der Entscheidungen der Versammlung, lange Vorbereitung, ohne überhaupt zu wissen, ob die viele Stunden nicht umsonst gearbeitet wurden, Unterstellungen, den Ablauf der Versammlung meinungsbildend zu verändern und ganz viele Menschen, die einem sagen „Hast du super gemacht“.

 

Moin.
Dieses Wochenende war Bundesparteitag (BPT) der Piraten.

 

Die Vorbereitungen für den Parteitag haben für mich bereits vor ca 8 Wochen angefangen mit Teamzusammenstellung im Bereich Versammlungsleitung (VL) und ersten Besprechungen. Dann natürlich die Treffen der gesamt Orga und die donnerstäglichen Treffen der VL und Wahlleitung (WL), die die Geschäftsordnung (GO) verbessert haben. Die Vorbereitungen der MainOrga, des Netzwerkteams, des Bundesvorstands (BuVo) etc sind teilweise schon viel früher angelaufen. Eine erste Version der GO, an der sich nicht mehr viel verändert hat bis zum BPT, war bereits am 14.11. im Wiki auf der offiziellen BPT Seite zu finden.

Seit Sonntag wusste ich, dass ich nicht, wie geplant Persönliche Assistentin (PA) einer Versammlungsleiterin sein werde, sondern selbst leiten werde, da „meine“ Leiterin leider verhindert war. Also schnell einen PA finden. Das hat großartig geklappt (Danke an alle, die mir geholfen haben dabei).

Ich bin bereits am Mittwoch hin gefahren, an dem Abend habe ich in Vertretung eine Podiumsdiskussion zu #Aufschrei moderiert.

Donnerstag hab ich mir (und das ist eine Premiere) die Stadt in der der BPT stattfand angeschaut. Hübsch da, vielleicht ein wenig klein. Ich würde fast sagen, Bremen ist ein possierliches Städtchen. Am Abend hab ich dann im Orgahotel eingecheckt. Der Parteitag hat für mich damit offiziell begonnen.

Freitag war Aufbau. Die Security war ab 7 Uhr vor Ort, der Rest trudelte um ca 8 Uhr ein, im Laufe des Tages wurden es mehr Helfer und auch das Crewcatering war schon vor Ort. Der Aufbau hat am Samstag in der Früh um 5 Uhr geendet.

Samstag.
Stress.

Sonntag.
Mehr Stress. Unter anderem: Der Serverraum war zwischenzeitlich ohne Strom, so dass wir innerhalb von wenigen Minuten im laufenden Betrieb auf Papierbetrieb umgestellt haben.

Ich versuche das mal zu entwirren.

Erstmal eine lustige GO und TO Schlacht, ein alternatives Versammlungsleiter*innenteam, dass sich vorgestellt hat und sagte „war nicht in die Vorbereitungen eingebunden“ (es gab übrigens seit bekannt werden, dass da eine weitere Kandidatur stattfinden wird Anfang Oktober regen Mailkontakt und diverse Telefonate) und eine Versammlung, die uns teilweise als verkratzt vorkam.
Ich möchte das kurz begründen: es gab einige Menschen, die inhaltliche, vielleicht auch persönliche Probleme/Differenzen etc mit der Versammlungsleitung oder mit dem zuständigen BuVo Mitglied hatten/haben. Und es gab Menschen, die auf mich zukamen und sagten: „Ihr macht das super, aber ich habe euch nicht gewählt, weil ihr euch zu sicher wart, dass ihr gewählt werdet und weil es auch mal einen Wechsel braucht.“
Ersteres sind absolut legitime Gründe uns nicht zu wählen. Zweiteres auch.
Nur: von dem Team, dass sich so lange und intensiv vorbereitet hat um den Parteitag zu leiten (also die, die letztendlich auf der Bühne saßen) hatten genau drei von zehn Menschen schon einmal die Situation dort zu sitzen und nur zwei davon haben auch tatsächlich schon einmal einen Bundesparteitag geleitet.

Dann: Wahlordnung und generell die Geschäftsordnung.
Die Wahlordnung, die Teil der GO ist, wurde zusammen mit den Bundesjustiziaren und der wahrscheinlichen und erfahrenen Wahlleitung besprochen und ausgearbeitet.
Wir haben versucht dabei alle Kritikpunkte, die uns in Neumarkt auf dem letzten BPT aufgefallen waren oder die an uns herangetragen wurden ein zu bauen. (So Sachen, wie „Was passiert mit unserem Approval, wenn wir geheim abstimmen müssen?“)
In der letzten Woche vor dem BPT kamen dann „aus dem Nichts“ Menschen, die Änderungsvorschläge hatten.
Ja, kann man machen.
Das Problem:
Die Wahlordnung bestimmt, welche Stimmzettel wir brauchen, es ist zeitlich eher schwierig für 1000 Menschen Stimmzettel auf dem Parteitag zu drucken, insofern gab es schon bestellte Blöcke (Wie wir sie bei Approval benutzen, nur anders beschrieben).
Die Geschäftsordnung bestimmt, wie Front- und Backoffice arbeiten (dieses Mal gab es ein öffentlich einsehbares Redmine, um weniger Papierflut zu haben und keine GO Anträge zu vergessen).

Alles in allem also ein eher komplexes System.

Ideal wäre, wenn wir bereits im Vorfeld wüssten, wer Versammlungsleitung macht und nach welcher Ordnung wir zumindest anfangs arbeiten.

Das geht aber nur bedingt. Es ist bei uns Tradition, dass erst auf dem Parteitag entschieden wird, wie alles läuft.