Und Tschüss

Ich bin ab sofort nicht mehr Teil der Piratenpartei.

Es gibt dafür Gründe, die ich auf Grund von Schweigepflicht und Co nicht sagen darf.
Der letzte kleine Tropfen (und den darf ich schreiben) war die Beschlussvorlage von Michael, dass Tweets nicht mehr als Grundlage für Ordnungsmaßnahmen genutzt werden sollen [1]. Davon abgesehen, dass es wenig Ordnungsmaßnahmen gibt, die beim Bundesvorstand angesiedelt sind und dieser Beschluss also fast reinen Symbolwert hätte, da sich weder Landesvorstände, noch Schiedsgerichte daran halten müssten, ist es das absolute Alleinlassen von Menschen, die massiven Angriffen von Pirat*innen ausgesetzt sind.
Ja, wir sind als Partei nicht dafür verantwortlich, was Menschen auf Twitter sagen und Twitter ist auch kein Parteimedium.

Wir sind aber dafür verantwortlich, dass Menschen, die auf Twitter hetzen, beleidigen und diffamieren weiterhin Teil der Partei sind und von uns keinen Widerspruch erwarten müssen.
Eine Zersetzung und damit Schädigung des Parteifriedens ist auf Twitter problemlos möglich, dass haben die letzten Monate sehr deutlich gezeigt.
Es hätte klar sein können, dass eine Partei, die alles, nur nicht links sein möchte, das mit der Solidarität, dem Zusammenstehen und dem gegenseitigen Stützen nicht ernst meinen kann.

Ein Bundesvorstand, der auch nur daran denkt, dass er diese Menschen gewähren lassen möchte, ist für mich nicht mehr haltbar. Ich möchte mich nicht mit einer solchen Position gemein machen lassen.
Davon abgesehen ist es eine Entscheidung, die ganz deutlich gegen diverse Entscheidungen des Bundesschiedsgerichts und diverser Landesschiedsgerichte steht, die deutlich der Meinung sind, dass auch Verhalten auf Twitter Ordnungsmaßnahmen begründen kann und sogar zum Parteiausschluss führen kann.
Als Bundesschiedsrichterin ergibt sich aus dieser Beschlussvorlage und mindestens zwei weiteren Vorfällen ein Bild, dass es irrelevant geworden ist für den Vorstand und die Partei, was wir entscheiden.
Schiedsgerichte, die nicht beachtet werden braucht niemand und ich kann meine Freizeit wieder mit schönen Dingen füllen, zum Beispiel Politik und <3 Menschen, ausserdem lern ich jetzt Trompete.

Ich bedanke mich ausdrücklich bei meinen (Ex-)Kolleg*innen aus dem Schiedsgericht, wir sind politisch sicherlich nicht immer nah beieinander gewesen, aber der Respekt und später die Freundschaft war immer zu spüren. Davon abgesehen weiß ich euretwegen endlich, was ich studieren möchte und ich kann jetzt beleidigen ohne auch nur ein unfreundliches Wort zu sagen. ;)

Ich habe über die Partei viele <3 Menschen kennen gelernt, dafür Danke.

Was bleibt ist, dass die Partei in der Gesamtheit meinen Abschied sehr leicht gemacht hat, auch dafür ein Danke.

[1] https://verwaltung.piratenpartei.de/issues/6615