3 Wochen und 3 Tage schon

3 Wochen und 3 Tage vor der Geburt habe ich darüber geschrieben, wie ich hoffe, dass es wird. Mal gucken, wie weit Wirklichkeit und Vorstellung auseinander fallen.

Vor der Geburt fand ich diese gut 3 Wochen, die noch übrig waren sehr sehr kurz. Gerade finde ich die gut 3 Wochen, die das Kind jetzt schon bei uns ist unfassbar lange. Es fühlt sich an, als wäre sie schon immer da gewesen. Sehr vertraut und selbstverständlich. Und ich habe das Gefühl schon so viel mit unserer Minifamilie erlebt zu haben. Unfassbar. Zeit ist eben sehr relativ und das ist wahrscheinlich auch ganz gut so.

Verantwortung abgeben funktioniert gut. Ich stille und wir geben, bei Bedarf Flaschennahrung dazu. Bedarf ist zum Beispiel, wenn ich nicht da bin, also eher die Ausnahme, aber es passiert. Ein Beispiel: wir waren auf einer Feier einer Freundin und mein Partner war zuständig für das Kind. Ich hab es also immer dann auf den Schoß bekommen, wenn es nicht seelenruhig im Ar von Papa geschlafen hat, sondern gestillt werden musste. Super entspannt. Ich hatte Zeit mich zu unterhalten, mal mit zwei Händen zu essen und auch mal bei den Raucher*innen auf dem Balkon zu stehen und zu quatschen.

Wochenbettbesuch haben wir tatsächlich sehr streng gehandhabt. Im Krankenhaus hatten wir nur ein mal Besuch und danach waren wir auch erstmal vorsichtig. Bisher hat das dazu geführt, dass wir genau so viel Besuch haben, wie wir das wollen und die Lütte sich bei uns auf dem Arm immer sicher fühlt. (Zumindest, soweit wir das beurteilen können…)

Mein Partner arbeitet seit zwei Wochen wieder, ich hatte am Anfang wirklich Angst davor, aber bis auf ein paar Mal, wo ich wirklich gerne noch 3 Stunden geschlafen hätte anstelle mich um das Kind zu kümmern, funktioniert das gut.

Meine Freund*innen sind übrigens super bisher (ich hoffe, das bleibt auch so). Auf schon angesprochener Party wurde, obwohl eigentlich Raucher*innenwohnung vorher ganz viel gelüftet und die Raucher*innen zur Party auf den Balkon verbannt, u.a. damit wir mit dem Kind da sein konnten. Auch sonst versuchen alle es als „natürlich“ zu sehen, dass wir jetzt eben mit Kind unterwegs sind und sich darauf genauso einzurichten, wie beim Essen wenn jemand* aus unserem Kreis Veganer*in ist.

Ich halte fest: es ist aktuell entspannter, als ich dachte, dass es sein würde. Ich mag das.

Und manchmal ist es das auch nicht, darüber hab ich ja bereits geschrieben. Und dazu noch eine Leseempfehlung: Wir dürfen Fehler machen, und wir dürfen erschöpft sein.

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Zweifel

Ich bin seit ein bisschen mehr als 2 Wochen Mutter.

In dieser Zeit haben wir schon ein bisschen etwas durch gemacht. Im Krankenhaus wurde „übersehen“, dass unser Kind sich bei der Geburt das Schlüsselbein gebrochen hat. Das führte dazu, dass sie quasi nicht stillbar war. Jedes Anlegen bereitete ihr Schmerzen. Wir wussten ja nicht, dass wir sie an einer Seite nur ganz vorsichtig und nur mit bestimmten Griffen anfassen durften.

Dieser kleine Mensch hat geschrien (würde ich auch wenn Knochen aufeinander reiben) und ich habe mich gefühlt, als wäre ich eine furchtbare Mutter. Nein, als wäre ich gar keine Mutter, als würde ich das nur vorgeben oder aufwachen und feststellen, dass ich das alles nur geträumt habe. Und als sie dann 7 Stunden nichts getrunken hatte und nur geschrien habe ich mir das auch irgendwann gewünscht.

Ich komme mir bei dem Gedanken daran jetzt noch schlecht vor. Habe Gewissensbisse, dass ich mir das gewünscht habe. Ich habe gezweifelt. Dass das alles eine fürchterlich schlechte Idee war, das war für mich klar.

Wir wissen jetzt, warum sie so geschrien und nicht getrunken hat. Es lag nicht an mir. Sie ist seit dem unfassbar entspannt und ich meistens auch.

Nur wenn sie ganz verzweifelt schreit, wenn ihre Verdauung sie belästigt, dann kommt diese Erinnerung hoch. Dann muss ich aufpassen, dass ich nicht wieder verzweifle und nicht daran zweifle, dass ich eine gute Mutter bin und alles tue, was ich kann, damit es ihr besser geht.

Kaba hilft mir in solchen Situationen und Duschen. Mir klar werden, dass ich ihr bei manchen Dingen einfach nur damit helfen kann, dass ich da bin und das mit ihr durchstehe. Ich finde das schwierig.

Aber ich weiß jetzt, dass es besser wird.

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